Gastbeitrag von Isabel Morelli (generation-pille.com):

Dass Plastik nicht unbedingt förderlich für unsere Umwelt ist, wir die Meere damit verschmutzen und Flipper sich in Plastiküberresten verfängt, ist vielen klar. Für einige ist das aber gefühlt einfach „zu weit entfernt“ von der eigenen Umgebung und Realität. Nicht jeden interessiert es, ob Flipper überlebt oder nicht.

 

Wenn es aber um die eigene Gesundheit geht, werden die meisten dann doch hellhöriger. Gerade beim Thema Frauengesundheit spielt Plastik nämlich eine weitaus größere Rolle als die meisten vermuten. Warum? Weil Plastik meist Xenoöstrogene, also chemische östrogenwirksame Substanzen, enthält.

 

Um zu verstehen, wie das gerade die Gesundheit der Frauen beeinflusst, folgt nun ein kleiner Hormonexkurs. Östrogen ist eins der beiden dominierenden Sexualhormone des weiblichen Körpers. Hauptsächlich wird dieses Hormon in den Eierstöcken produziert und dominiert in der ersten Zyklushälfte. Körpereigenes Östrogen hat viele gesunde, lebenswichtige Eigenschaften, ohne die der Körper einer Frau gar nicht funktionieren würde. Doch auch schon beim körpereigenen Östrogen ist ein Überfluss schädlich. Für einen optimalen Gesundheitszustand ist das Verhältnis von Östrogen zu Progesteron ausschlaggebend. Sie funktionieren sozusagen wie Ying und Yang. Entsteht ein Ungleichgewicht, kann das zu gesundheitlichen Problemen führen.

 

Ein Zuviel an Östrogen im Verhältnis zu Progesteron nennt man Östrogendominanz und kann für viele unschöne Symptome sorgen. Und zwar völlig egal, ob sie „natürlich“ entstanden ist oder durch die Einwirkung fremder Substanzen. Bleibt diese Dominanz lange unerkannt, kann sie auch die Entstehung einiger Krankheiten begünstigen.

Typische Symptome einer Östrogendominanz sind:

  • PMS (Prämenstruelles Syndrom)
  • Wechseljahresbeschwerden
  • Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Unruhe
  • Schwindel, Kopfschmerzen, Migräne, Konzentrationsschwäche
  • Schlafstörungen
  • Brustspannen, Brustknoten

 

  • Zyklusstörungen verschiedenster Art
  • Eierstockzysten, Myome
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Störungen der Blutzuckerregulierung
  • Wassereinlagerungen,Gewichtszunahme,um nur einige zu nennen.

Zudem steigt auch nachweislich das Risiko von Osteoporose, Diabetes, Endometriose und verschiedenen typisch weiblichen Krebsarten wie Brustkrebs. Dr. Michael Platt schreibt in seinem Buch „Die Hormonrevolution“, dass man bereits seit Ewigkeiten weiß, dass Östrogene bei Frauen mehr als sechs verschiedene Krebsformen auslösen können.

 

Genauere Informationen sind in folgenden Büchern nachzulesen: Die Hormonrevolution, Natürliche Hormontherapie, Natürliches Progesteron: ein bemerkenswertes Hormon, Naturschutzgebiet Mensch, Östrogen-Dominanz: Die wahre Ursache für PMS und Wechseljahrsbeschwerden.

 

Im Normalfall sollte eine Östrogendominanz frühestens in den Wechseljahren auftreten. Der Körper verringert langsam die Hormonproduktion, und dabei sinkt zuerst der Progesteronspiegel. Somit dominiert für einige Zeit das Östrogen und es kommt zu einer  natürlichen Östrogendominanz. Vor dem Beginn der Wechseljahre sollte das jedoch nicht der Fall sein. Dann ist die Östrogendominanz meist durch Fremdeinwirkung bedingt, eben durch Xenoöstrogene.

 

Xenöostrogene lauern in Kunststoff

Die gesundheitsschädigende Wirkung von Bisphenol A (BPA) sollte dank vermehrten Presseberichten mittlerweile allen klar sein. Dieser Stoff ist in vielen alltäglichen Gegenständen enthalten, wie beispielsweise in jeglicher Form von Plastikverpackungen.

 

In einer Studie wurde nachgewiesen, dass sich sogar minimale Mengen von BPA auf die Hirnentwicklung bei Föten im Mutterleib auswirken können. (Studie: http://www.pnas.org/content/112/5/1475.full?sid=c5de0687-0f3a-4f61-bd38-72b2a2f958f0)

Diskutiert wird aber nach wie vor, ab welcher Menge es als schädlich einzustufen ist. In Europa gilt ein Tageswert von 50 Mikrogramm pro Kilo Gewicht als unbedenklich.

 

Doch es gibt weitaus mehr Xenoöstrogene als nur BPA. Es gibt Unmengen an verschiedenen chemischen Stoffen, die in unserem Körper wie ein Hormon wirken und Chaos anrichten können, wie beispielsweise in PET-Falschen. Das wurde von der UNI Frankfurt untersucht und nachgewiesen. Der Biologe Martin Wagner sagte dazu in einem Interview: “Wir konnten zeigen, dass die Östrogen-Belastung in Wasser aus PET-Flaschen etwa doppelt so hoch ist wie in Wasser aus Glasflaschen.”

Zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=b9Hl0AUSzOE

 

Die chemische Zusammensetzung dieser PET-Flaschen ist außerdem ein gut gehütetes Geheimnis der Kunststoffindustrie. Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wissen nicht mal die Hersteller der Plastikflaschen, was in den angelieferten Kunststoffen alles enthalten ist.

 

Fakt ist aber, dass zur Herstellung von Kunststoffen jede Menge Chemikalien eingesetzt werden. Die verwendeten Zusatzstoffe sind im Plastik nicht fest gebunden und können nach einiger Zeit entweichen. Dummerweise sind die meisten von ihnen hormonell wirksam. Werden diese dann irgendwann von unserem Körper aufgenommen, können sie eine Menge Schaden anrichten.

https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/chemie/achtung_plastik_broschuere.pdf

 

Die Dosis macht das Gift

Natürlich bekommt man nicht sofort eine Östrogendominanz, wenn man mal aus einer Plastikflasche trinkt. Der Punkt ist aber: Gerade wir Frauen nehmen unheimlich viele dieser  Stoffe auf, ohne es zu wissen. Über Plastikflaschen, Plastikverpackungen, Kunststoffbehälter, über das Leitungswasser, Kosmetik, Waschmittel und Weichspüler und nicht zuletzt über die Ernährung und Verhütungsmittel. Schaut man sich also das Gesamtbild an, ergibt das einen unberechenbaren Hormoncocktail, der einfach nicht gesund sein kann!

 

Nur ein Frauenproblem?

Nein. Auch für Männer ist ein Zuviel an Östrogen schädlich. Bei ihnen kann es beispielsweise zu verminderter Spermienqualität, Verweiblichung und Brustwachstum führen.

 

Der Gesundheit zu Liebe

Möchte man also die Folgen einer zu großen Belastung mit Xenoöstrogenen und eine Östrogendominanz vermeiden, sollte man so wenig Übeltäter wie nur möglich in seinen Alltag integrieren. Also Ladies, kauft doch lieber Glasflaschen, entsorgt den Großteil eurer Plastikartikel, benutzt statt Tampons lieber Menstruationstassen und checkt eure Kosmetik, Waschmittel und Co. nach hormonell wirksamen Stoffen.

 

Mehr zum Thema Frauengesundheit, schädliche Hormone und hormonfreie Verhütung auf generation-pille.com.

 

Die liebe Isabel Morelli veröffentlicht auf generation-pille.com/ Tipps rund um das Thema Pille und Frauengesundheit. Schaut doch mal vorbei! Zu Ihrem Blog gehts hier entlang: